September 26th, 2011

Ende September, Anfang Oktober ist Erntedank. Ein wunderschönes Fest, das leider in den letzten Jahren in Vergessenheit geraten ist. Im Gegensatz zu Thanksgiving in den USA, das fast wichtiger ist als Weihnachten und an dem nicht nur für reichlich Essen gedankt wird, sondern für alles und jeden, der einem wichtig ist. Diese sehr schöne Tradition möchte ich hier nach Deutschland überführen. Ich bilde mir nicht ein, dass es Halloween als importierte Feierlichkeit (wer auf die blödsinnige Idee mit zwei Faschings im Jahr kam, darf sich bei mir melden) ablöst. Schließlich kann der Einzelhandel am Danke-Sagen wenig Geld verdienen.

Ich fange mal mit Christina Vikoler an, die vor numehr über einem Jahr auf diesen meinen Blog gestoßen ist, sofort Feuer und Flamme war und die grandiose Idee hatte, daraus ein Buch zu machen. Danke für dieses Zutrauen. In Rückschau muss ich Seniora Vikoler einen untrüglichen Instinkt bescheinigen, denn nicht nur ist das Thema Lebensmittelverschwendung gerade Topthema in den Medien, sondern es steht seit ein paar Wochen auch mein Buch in den Regalen. Das heißt wir haben einen Verlag gefunden, der tatsächlich ein von mir geschriebenes Werk veröffentlichen wollte. Immer noch sehr surreal.

Daher auch an den BLV Verlag DANKE, vor allem, dass die Damen in der für mich aus privaten Gründen sehr turbulenten Endphase des Buches so viel Geduld und Ruhe ausstrahlten. Wir haben das Kind geschaukelt, wie man so schön sagt, und am Ende ist tatsächlich ein echtes Druckerzeugnis dabei rausgekommen. So mit Seiten (143), bunten Bildern und einem Ladenpreis (16,95).

Die privaten Turbulenzen führen mich zum nächsten Danke, gerichtet an alle Ärzte, Schwestern, Psychologen, Physiotherapeuten, Logopäden und Hebammen im Klinikum Bad Canstatt sowie im Olgäle. Worte können schlecht beschreiben WIE dankbar wir für unsere kleine Elsa sind. Mit vereinten Kräften wurde geschafft, woran wir erst nie zu glauben gewagt haben: unser Baby ist daheim. Daher auch gleich noch ein großes Dankeschön an die häusliche Kinderkrankenpflege, die uns tatkräftig unterstützt.

Danke auch an die geduldigen Leser dieses Blogs, die lange Durststrecken hinnehmen mussten, weil das Schreiben manchmal in der Prioritätenliste ganz nach unten gerutscht war, hinter so schnöden Dingen wie Essen, Schlafen und Duschen.

Und dann will ich noch Frau Aigner danken – grotesk, aber doch, ja. Die lässt nämlich für eine Studie eine Schar Studenten private Mülltonnen durchwühlen um festzustellen, wie viel Lebensmittel von Privathaushalten weggeworfen werden. Manche Nachfrage verhallen offensichtlich nicht ungehört. Das von ihr geleitete Ministerium hat eine Seite ins Leben gerufen auf der Verbraucher zu Folgendem angehalten werden: “Verderb verhindern, Abfälle vermeiden, Lebensmittel gehören nicht in den Müll”. Na bitte, Frau Aigner, geht doch.

Wir haben das Glück mit einer ganzen Schar hilfsbereiter, spontaner, lebenskluger und zupackender Freunde gesegnet zu sein. Womit ich das verdient habe, ist mir nicht ganz klar, aber ich hoffe sehr, dass ich mich doppelt und dreifach revanchieren kann und sage auch hier schlicht und ergreifend: DANKE.

Der allergrößte Dank geht an meine Familie, allen voran meinem besten Freund und Angetrauten St. Ohne ihn gäbe es keinen Blog, kein Buch und keine Familie. So einfach ist das. Dank ihm habe ich zwei süße Kinder, die leider beide schlechte Esser sind, aber das nehme ich jetzt einfach mal nicht persönlich.

In diesem Sinne: Merci, Danke, Thank you, Spasiba.

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September 22nd, 2011

Aktuell stehe ich um 5.50 auf, um die Kleine zu wecken und zu füttern. Wenn sie dann wieder eingeschlafen ist, gehe ich in die Küche und koche mir einen Tee. Alles schläft und es ist still. Mit der ersten Tasse Tee gehe ich auf den Balkon und atme durch – Herbstluft, wie wunderbar. Am Himmel blitzen schon die ersten Sonnenstrahlen und tauchen die Wolken in zartes pink und orange. Wer hätte das gedacht, ich bin tatsächlich eine Frühaufsteherin. Ich mache Frühstück für alle, trinke noch eine Tasse Tee, lese Zeitung und freue mich, dass es uns so gut geht.

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August 31st, 2011

Mittlerweile ist unser Familienzuwachs endlich zu Hause, allerdings noch recht pflegebedürftig, so dass weiterhin wenig Zeit zum bloggen bleibt (gekocht wird gelegentlich wieder). Aber ich möchte nicht versäumen, an das Einkochen von Tomaten zu erinnern. Die gibt es nämlich gerade unter 1 Euro das Kilo zu kaufen. Mal sehen, ob wir uns am Wochenende zu einer Einkochsession hinreißen lassen, aber vermutlich sind wir mehr damit beschäftigt, unsere Kleine zum Essen zu überreden. Das macht sie nämlich nicht so gerne.

Allen anderen: Viel Spaß beim Kochen von Violettas Sugo und ein sonniges Spätsommerwochenende!

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May 30th, 2011

Da schwärme ich noch vor ein paar Tagen von köstlichem Salat und plötzlich geht von dem gesunden Grün eine tödliche Gefahr aus. Uff. Obwohl ich mich keiner Hysterie gerne anschließe, bin ich im Bezug auf Keime momentan sehr sensibilisiert. Mag daran liegen, dass ich mich so oft auf einer Intensivstation rumtreibe und Keime sowie Sepsis, Infektion und Co. täglich Thema sind.

Essen macht einfach keinen Spaß mehr. Ich bin erschöpft. Was kommt als nächstes? Ist das jetzt das “Restrisiko”? Was kann man denn überhaupt noch essen? Soll man sich nicht vielleicht gleich die Kugel geben? Oder ist es doch nur wieder ein Medienhype? Und was machen wir in Zukunft mit den Millionen Tonnen Tierscheiße, die entsorgt werden wollen? Wie kommt die Scheiße überhaupt an die Gurke? Absicht oder dummer Zufall? Hat vielleicht mal jemand ein paar Antworten? Fachlich, wissenschaftlich fundierte? Oder stochern wieder alle nur “mit langen Stangen im Nebel”? Und müssen wir jetzt wieder in allen Talkshows selbsternannten Experten beim Klugscheißern zuhören?

Antworten bitte in die Kommentarsektion.

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May 24th, 2011

Der wochenlange Krankenhausaufenthalt und die viel zu frühe Ankunft eines neuen Familienmitglieds habe zu einer Art Moratorium hier in der Speisekammer geführt. Im Rahmen des Stresstests findet unser Familienleben momentan zwischen Tür und Angel statt, Mama auf dem Weg ins Krankenhaus, der Papa mit dem Großen zum Kindergarten – da bleibt wenig Zeit für große Kochaktionen. Immerhin schaffen wir es gemeinsam zu frühstücken und Abends eine Brotzeit einzunehmen. Den Rest der Versorgung mit Nahrungsmitteln haben wir an Kantinen und Co outgesourct.

In diesem Zusammenhang hier eine Restaurantempfehlung für alle Stuttgarter: das Moulu im Westen, ganz in der Nähe vom Olgäle, dem Kinderkrankenhaus, in dem meine Tochter aktuell liegt. Und im Moulu konnte ich mich schon manches Mal mit leckeren Speisen trösten lassen. Das Moulu hat nämlich einen kostengünstigen Mittagstisch, neben hervorragenden Salaten gibt es außerdem Maultäschle, Rühreier und selbstgebackene Kuchen. Der Kaffee schmeckt auch unerreicht gut.

Das klassische Tagescafe hat Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.30 Uhr und Samstags von 9.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. Es befindet sich in der Senefelderstraße 58, schräg gegenüber der Post und ist mit Öffis über die Station Schloß/Johannesstraße der Stadtbahnlinien U2 und U9 zu erreichen. Neben leckerem Essen und Getränken kann man außerdem die Tageszeitung lesen, in der Bücherwand stöbern oder den lässigen Westlern beim Coolsein zuschauen.

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March 12th, 2011

Hier ist wenig los, weil ich gerade nicht selber kochen und einkaufen darf, sondern mich seit Wochen mit Krankenhauskost verwöhnen lasse. Es ist erstaunlich, was man Lebensmitteln antun kann. Erster Preis in der Kategorie unappetitliches, totgekochtes, vitaminarmes Essen. Auch einzeln verpackte, drüsche Brotscheiben entbehren nicht einer gewissen Tragik. Das geht so weit, dass von mitfühlenden Besuchern mitgebrachtes Fast Food wie Burger und gebratene Asianudeln kulinarische Hightlights sind. Geschmack! Fett! Ein Salatblatt! Sauce! Hurra, knackiges Gemüse! Ich weiß nicht, wie lange ich hier noch verweilen darf. Ich hoffe es gibt weiterhin spendable Besucher und dass ich Euch spätestens an Ostern mit ein paar frischen Frühlingsrezepten bekochen kann. Bis dahin Euch Bon Appetit.

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January 27th, 2011

Bald ist Februar und das ist mein persönlicher Hassmonat. Grau. Kalt. Zwar der kürzeste Monat des Jahres, aber zäh wie Gummi. Schmuddelwetter. Regen. Schnee. Hatte ich grau schon erwähnt? Und so sehr ich versuche saisonal zu kochen, spätestens jetzt sehnt sich alles in mir nach sonnengereiften Tomaten frisch vom Strauch, Paprika, frischen Kräutern …. Aber was nutzt es, Wintergemüse kommt auf den Tisch und damit das nicht langweilig wird, heute mal ein Curry-Rezept. Die vielen, wärmenden Gewürze tun gut und helfen ein klitzekleines bißchen gegen die beginnende Februardepression. (Halt, noch ist Januar).

Für 4 Personen
1 Blumenkohl
3 große Kartoffeln
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Dose Tomaten
2 Kardamomkapseln
1 TL Senfsamen
1 EL Kreuzkümmel
1 Zimtstange
2 Nelken
1 TL Zucker
100-150 ml Wasser
3 EL neutrales Öl
Chilie nach Geschmack
Salz

Kartoffeln schälen, waschen und in kleine Würfel schneiden. Blumenkohl in kleine Röschen brechen, Strünke kleinschneiden, waschen, beiseite stellen. Zwiebeln und Knoblauch grob hacken. In einem großen Topf das Öl stark erhitzen. Gewürze bis auf Salz dazu geben. Wenn die Senfsamen anfangen zu platzen, Zwiebel und Knoblauch dazugeben und unter kräftigem rühren mit der Würzpaste bedecken. Platte auf mittlere Hitze runterschalten und Kartoffeln dazugeben. Ebenfalls kurz anbraten, dann mit 100 ml Wasser ablöschen. Deckel auf den Topf geben und ca. 15 Minuten kochen lassen, dann den Blumenkohl sowie die Tomaten und Salz dazugeben. 20-25 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen, dabei immer wieder mal umrühren, damit sich alle Zutaten schön verbinden können. Wenn zuviel Flüssigkeit verkocht, noch ein bißchen Wasser zugeben. Wer mag, kann 10 Minuten vor Ende der Kochzeit noch eine Handvoll Erbsen aus dem Tiefkühlfach dazugeben. Nun abschmecken, noch etwas Currypulver oder, falls zur Hand, Garam Masala dazugeben. Vor dem Servieren Zimstange, Nelken und Kardamomkapseln – so weit auffindbar – entfernen.

Dazu schmeckt: Basmatireis, Joghurt mit Kreuzkümmel und Salz sowie Chutneys. Ein wärmendes Winteressen abseits der deftigen Hausmannskost. Bon Appetit.

P.S. Kann mir jemand einen Trick verraten, wie man Curry ansprechender fotografieren kann. Es schmeckt besser, als es aussieht.

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January 27th, 2011

Ein paar sehr schöne Ideen aus den USA zur Wiederverwertung von Orangen- und Apfelschalen sowie altem Kaffeesatz.

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January 21st, 2011

Viele kenne die Rote Bete vermutlich nur in ihrer eingelegten, süß-sauren Form. Und denken: Bäh, dat fiese Zeug. Und ja: Gerichte mit Roter Bete können schnell unappetitlich aussehen. Labskaus’ schlechter Ruf als Ekelessen lebt davon.

Dabei ist die Rote Bete, eine Kulturpflanze aus dem Mittelmeerraum und bei uns klassisches Wintergemüse, eine wahre Vitaminbombe. Außerdem enthalten: Eisen und Folsäuere. Also genau richtig für Menschen mit Eisenmangel sowie Schwangere. Richtig zubereitet, kann die Rote Rübe sogar richtig gut schmecken! Am besten kauft man sie frisch, aber auch die vorgekochte Version im Vakuumpack ist akzeptabel.

Mit frischer Roter Bete kann man in null-komma-nix einen sehr leckeren Rohkostsalat herstellen. Dazu die Knolle schälen und raspeln. Achtung: Rote Bete färbt alles. Hände. Kleider. Brettchen.
Dann eine Salatsauce herstellen aus Walnuss- oder Diestelöl, ein wenig Balsamicoessig, 1 – 2 TL Honig sowie 1 TL Senf. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und über die Rohkost geben. Sehr lecker.

Und weil ich noch so viel Wurzelgemüse da hatte, habe ich mich heute an einem Rote-Bete-Eintopf versucht. Gänzlich ohne Fleisch.

Zutaten:
1 Zwiebel
4 Rote Beten
4 Kartoffeln
3 Möhren
1,5 Liter Gemüsebrühe (instant oder selbst gekocht)
2 Lorbeerblätter
8 Pimentkörner
Salz
Pfeffer

Gemüse putzen und in grobe Würfel schneiden. Zwiebel würfeln und mit 2 EL Öl in einem großen Topf glasig andünsten. Mit der Brühe ablöschen. Rote Bete sowie Lorbeerblätter und Piment dazu geben. 40 Minuten kochen lassen.
Dann Kartoffeln und Möhren dazu geben und nochmals 20 Minuten kochen lassen. Leider war bei mir die Rote Bete immer noch etwas bissfest. Wer also einen Tipp hat, wie sie wirklich weich wird… Wenn man vorgekochte Rote Bete kauft, fällt der erste Schritt natürlich aus. Dann kann man das ganze Gemüse getrost auf einmal in den Topf tun und nach 30 Minuten ist das warme Wintergericht fertig. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, vor dem Servieren mit einem Klecks Meerrettich garnieren. Schmeckte gut, wie gesagt, der einzige Wermutstropfen waren die etwas bissfesten Rote Bete Stückchen. Bon Appetit.

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January 12th, 2011

Wer über den aktuellen Fall von Dioxin in Futtermitteln, Hühnerei und Schweinefleisch noch überrascht oder entsetzt ist, hat wohl in den letzten Jahren Augen und Ohren nicht offen gehalten. Und anscheinend ein atemberaubend schlechtes Gedächtnis. Weil alle jetzt Bio-Eier kaufen: Im Mai 2010 (vor noch nicht einmal einem Jahr) – Skandal! Dioxin in Bio-Eiern. Ähm, ja. Damals war es verseuchtes Futtermittel aus der Ukraine. Das ist jetzt bestimmt pikobello. Weil nun kommt der Mist ja aus Norddeutschland, gell?

Ach ja. Und war da nicht auch mal was mit Nitrofen? 2002? Bio-Eier und Putenfleisch? Oder 2003? Notschlachtungen von Schweinen wegen Dioxin in Futtermitteln? In Thüringen? Anyone?

Der Vertrauensverlust der Verbraucher scheint immer nur so lange anzuhalten wie das Thema aktuell ist. Danach wird wieder reingehauen. Wer glaubt, dass in all den Wochen und Monaten, in denen kein Skandal in den Medien breitgewalzt wurde, in denen Politiker von Sparmaßnahmen statt von strengeren Kontrollen faselten, das Ei und Schwein 100% Dioxin-frei waren, dem wünsche ich viel Spaß in Wolkenkuckucksheim.

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