Heute gewähre ich einen ersten Einblick in mein Gewürzregal. Wie man sieht, bin ich großer Recycling-Fan: ein Großteil der Gewürze wird in Nachfüllpacks gekauft und findet seinen Weg in alte Pesto-, Oliven-, Kapern- und Marmeladengläser. Es geht in diesem Post um eine erste Einführung in Standardgewürze meiner Küche - da ist längst nicht alles dabei, was andere für unentbehrlich halten, zum Beispiel Paprikapulver oder Cayennepfeffer, aber diese Gewürze verwende ich kaum. Die herrlichste Art, Essen schmackhaft zu machen, sind immer noch frische Kräuter. Aber ein Blick nach draußen (Schneeregen) und aufs Thermometer (-1° Grad) zeigt: es ist der Kräuter Jahreszeit nicht. Daher muss dieser Teil der Speisekammer an anderer Stelle und zu anderer Zeit behandelt werden.
Pfeffer: Neben Salz das wohl am häufigsten verwendete Gewürz. Beliebt auch zum Würzen von Sprichwörtern (“Wo der Pfeffer wächst”, “Pfeffer in den A***”). Ich bevorzuge die bunte Variante frisch gemahlen aus der Pfeffermühle. Richtige Köche haben für jede Art von Gericht eine eigene Pfeffersorte (weiß fürs Kartoffelpüree, grün für Steaks, etc.pp), ich mags lieber einfach.
Zimt: Finde ich unverzichtbar für Curries, manchen Eintopf und in Zucker-und-Zimt als Verfeinerung von süßen Speisen. Wer morgens schwer in die Gänge kommt, dem sei folgendes empfohlen: Eine Tasse schwarzen Kaffee, Zimt in reichlicher Menge rein, nach Belieben Milch und Zucker. Der Zimt kickt nochmal extra. Man kann aber auch einfach früher ins Bett gehen.
Muskatnuss: In Kartoffelpüree, Bechamelsoße und Cremesuppen. Auch für manches Backwerk. Meine Exemplare waren ein Urlaubmitbringsel aus der Karibik, die schwarz glänzende Nuss im Bild ist noch in ihrer Außenschale. Hat eine Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, dass man die Dinger erstmal knacken muss…
Lorbeerblätter: Kommen in Suppen und Eintöpfen gut. Glücklich kann sich schätzen, auf wessen Balkon dieser Strauch gedeiht. Romantisch sind Lorbeerblätter als Mitbringsel aus dem mediterranen Urlaub. Bekannt und beliebt auch bei den Römern, die aber ihre verdienten Häupter damit geschmückt haben, anstatt ihre Gerichte.
Oregano: Getrocknete Version für den Winter. Wächst in vielerlei Varianten und ist in unseren Breiten als Dost zu finden. Mein Strauch ist aktuell unter einer Eisschicht begraben. Oregano braucht man für die weltbeste Tomatensoße von Violetta. Die hat mir auch eine Grundregel der italienischen Küche erklärt: Oregano und Knoblauch, Basilikum und Zwiebeln. Das ist die richtige Paarung, alles andere ist Sodom und Camorrah.
Rosmarin: Gibt Minestrone und anderen südländischen Eintopfgerichten den charakteristischen Geschmack. Auch gut zu diversen Braten. Wer kann, sollte sich einen Rosmarinstrauch anschaffen, die kleinen Zweiglein kann man dann einfach in die Suppen oder zum Fleisch geben und nach dem Garen wieder entfernen. Vorsicht bei getrocknetem Rosmarin: nicht in zu heißem Öl andünsten, schmeckt sonst bitter.
Basilikum: Klassiker der italienischen Küche. In getrockneter Form für Nudelsoßen und Eintöpfe. Frisch für Caprese und als Salatgarnitur.
Kümmel: Wer gerne Sauerkraut isst, kann auf Kümmel nicht verzichten. Er entschärft blähende Speisen und ist auch sonst bei einem angegriffenen Magen gut. Lecker auch auf einem Quarkbrot. Wenn man neue Kartoffeln kocht, sollte man dem Kochwasser Kümmel zugeben, dann werden die Kartoffel leichter bekömmlich.
Koriander: Für asiatische sowie arabische Gerichte und Eintöpfe. Ich habe momentan die geschrotete Variante, es gibt ihn aber auch als fein gemahlenes Pulver. Wer einen gut sortierten Asialaden in der Nähe hat, kann manchmal frischen Koriander erstehen, den man allerdings erst beim Servieren über die Speisen gibt, ähnlich wie unsere Petersilie.
Nelken: Zum Einkochen von Obst sowie für diverse Curries. Außerdem kann man einen wärmenden Wintertee machen, indem man beim Aufbrühen von normalem Schwarztee einen Nelke zugibt. Nelken werden auch zum Würzen von Wildgerichten verwendet.
Dill: Kein Gurkensalat ohne Dill. Für mich zumindest. Dill ist außerdem lecker zu Fisch. Schmeckt nach Mittsommer und Skandinavien. Ist getrocknet ebenso gut wie frisch.
Curry: Ist eine Gewürzmischung. Ich habe früher immer selbst gemischt, aber nachdem ich keinen Asialaden in der Nähe habe, bin ich wieder zum einfachen Fertigpulver zurückgekehrt. Für indische Eintopfgerichte, Kürbissuppen und Fleischgerichte. Mehr über Curry und seine Varianten findet man hier.
Ingwer: Der Gesundmacher. Ist eine Erkältung im Anflug, einfach ein Stück der Knolle schälen und mit heißem Wasser überbrühen. Lange ziehen lassen. Einen Liter mit Honig gesüßt trinken, schwitzen. Und dann braucht man Ingwer natürlich für eine große Paletten von asiatischen Gerichten. Ich tue außerdem immer ein Stück in meine Hühnersuppe.
Petersilie: In getrockneter Form gut geeignet für Salatsoßen. Ich lassen dazu die getrockneten Röllchen immer ein bißchen im Salatöl einweichen. Gibt es auch tiefgefroren, diese Art eignet sich zum Garnieren von Gerichten. Kommt in fast alle Suppen, Brühen, Eintopfgerichte. Frische Petersilie gibt es rund ums Jahr im Gemüseregal des Supermarktes, ist aber recht teuer, oft schlapp und nur zu empfehlen, wenn man schick kocht und was schön anrichten möchte. Im Sommer sollte man sich ein Töpfchen Petersilie auf dem Fensterbrett oder Balkon halten.








