Einfach selbstgemacht: Gaisburger Marsch

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Meine Kinder sind eingefleischte Spätzlesschwaben. Die erste Lyoner gab es mit knapp einem Jahr beim Bienzle, und auch wenn die schöne heiße Rote seit einem Zwischenfall auf dem Weihnachtsmarkt 2011 nicht mehr goutiert wird, so sind klassische schwäbische Gerichte wie Spätzle mit Soß oder mit Linsen und Saiten sowie Maultäschle oder ein Rostbraten sehr beliebt beim Nachwuchs. Was ich bisher noch nie ausprobiert habe, weil ich im Krankenhaus mit einer sehr dünnen, lieblosen Version Bekanntschaft gemacht hatte, war der Gaisburger Marsch.

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Gaisburg ist ein Stadtteil im Osten Stuttgarts und der Legende nach versorgten früher die Frauen ihre bei der Garnison stationierten Männer immer mit jenem Gericht. Da sie nur einmal am Tag Essen bringen durften, packte man in diesem Eintopf alles rein, was nahrhaft war und lange satt machte. Die Grundlage ist eine kräftige Rindfleischsuppe und da wir die sowieso fast wöchentlich machen, war der Rest relativ einfach. Rein kommen neben dem Fleisch und Suppengrün noch Kartoffeln sowie Spätzle (klar, oder?). Damit das ganze famos schmeckt haut man soviel frisch geriebene Muskatnuss dran wie gerade noch legal ist.

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Außerdem muß die Suppe immer selbst mit bestem Rindfleisch inklusive Knochen und Lorbeer sowie Piment gekocht sein! Mit Brühwürfel wird das leider nichts, ich vermute dass war auch die Krux am Gaisburger Marsch im Krankenhaus. Ich habe den Marsch gekocht weil ich noch zwei Pellkartoffeln sowie einen halben Topf Rinderbrühe vom Vortag in der Küche stehen hatte und als schwabenschlaue Hausfrau natürlich Einsparpotential in Zeit wie Geld sah. Spätzle gekocht, dazugegeben, Muskatnuss dran und fertig war der wirklich sättigende wärmende Superschwabeneintopf. Blasen wir dem trüben Novemberwetter mal gehörig den Marsch!

Zutaten für 4 Portionen

1 L Rindfleischsuppe (Rezept hier)

2 Pellkartoffeln, Salzkartoffeln o.ä.

2 Handvoll Spinatspätzle

1/2 TL frisch geriebener Muskat

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Die Suppe am Vortag kochen oder über den Tag köcheln lassen. Eine viertel Stunde vor dem Essen die Spätzle gerade so gar kochen. Ich habe Spinatspätzle gewählt, weil mir der Eintopf sonst zu beige geraten wäre. Zusammen mit dem Orange der Karotten machen die grünen Spätzle echt was her! Während die Spätzle garen, das Suppenfleisch und die Knochen aus der Suppe nehmen, das Suppenfleisch von übermäßigem Fett befreien, würfeln und wieder in den Topf geben. Spätzle abgießen. Die Kartoffeln würfeln und zusammen mit den Spätzle in die Suppe geben. Mit dem Muskat abschmecken und sofort servieren. Ob man Reste gut aufwärmen kann, wird sich zeigen, aber ich denke der Eintopf schmeckt vor allem frisch, weil die Spätzle und Kartoffeln beim aufwärmen zerkochen und dann wird es etwas unappetitlich. Wer keine gegarten Kartoffeln übrig hat, gibt die rohen Kartoffelwürfel ungefähr 20 Minuten vor Ende der Zubereitungszeit zur Rindfleischsuppe dazu. Bei mehligen Kartoffeln lieber etwas später. Guten Appetit!

 

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