Auf Pilzpirsch mit der Kamera

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Nach den ersten kühleren Augusttagen und etwas Regen ist im Wald bereits der Frühherbst ausgebrochen, obwohl im Moment überall sonst wieder heftig Hitze herrscht. Trotzdem schießen im kühlen Gewann die Pilze aus Boden, Baumstüpfen und Baumstämmen. Ich hege eine große Zuneigung zu Eukaryoten, auch weil sie sich im Zwischenreich zwischen Pflanze und  Tier bewegen und darum geheimnisvoll undefinierbar erscheinen. Fungi ist mittlerweile neben dem Pflanzen- sowie dem Tierrreich zu einer eigenen Klassifizierung erhoben worden. Außerdem machen Pilze tolle Sachen, bilden Hexenringen beim Wachsen und verbünden sich mit Bäumen – wenn sie sie nicht gerade parasitisch befallen. Die Vielfalt der im Wald auffindbaren Pilze ist überwältigend, einige Exemplare muten fast außerirdisch an, andere wiederum sind wie aus einem Kinderbuch entsprungen. Natürlich kann man manche Pilzsorten auch essen. Früher bin ich mit meinen Eltern sogar sammeln gegangen. Aber da außer mir niemand Pilze mag und ich mich nicht so wirklich sicher fühle, was das Unterscheiden von essbaren und giften Pilzen angeht und weil ich außerdem finde, dass Pilze ein wichtiger Teil des Ökosystems sind und man sie getrost stehen lassen kann, weil sich Speisepilze heutzutage wirklich einfach züchten lassen, bin ich statt mit dem Messer mit der Kamera auf die Pirsch gegangen.

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Die riesige Krauseglucke hatte ich schon vor ein paar Tagen mit den Kindern bei einer Wanderung entdeckt, aber auch die war mir einfach zu schade zum abpflücken. Ein derart prächtiger Pilz macht sich in seiner natürlich Umgebung einfach deutlich besser als kleingeschnipselt auf dem Teller. Der etwas uncharmante Behälter steht als Größenvergleich daneben, er hat ein Fassungsvermögen von 1 Kilogramm roter Grütze. Wir nehmen dieses Eimerchen immer gerne zum Brombeerensammeln.

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Meine Tochter war sehr hilfreich bei der Fotosafari, weil sie immer neue Pilzchen entdeckte, unter anderem auch Exemplare des Tintenfischpilz, mein bester Fund bisher. Leider stinken diese so erbärmlich nach totem Tier, dass man gar nicht in Versuchung kommt, sie verzehren zu wollen und nach ein paar Aufnahmen gerne das Weite sucht.

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Der Tintenfischpilz kommt ursprünglich aus Vorderasien sowie Australien und ist seit dem frühen 20. Jahrhundert in Europa heimatlich geworden. Er ist wahrlich ein Exot – und in unserem Wald seit diesem Jahr mit nicht wenigen Exemplaren vertreten.

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Die Baumpilze mag ich besonders, weil sie so eine samtige Oberfläche haben. Pilze müssen nicht immer glibberig sein! Außerdem sind sie farblich und vom Muster her einfach wunderschön.

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Ein noch kleiner Bovist.

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Der Korallenpilz, besonders schön im Sonnenlicht.

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Kleine Baumpilze in kühlem Moos.

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Weitere Baumpilze, buttergelb und leuchtend.

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Der sieht wirklich aus wie ein Schirmchen, aber ob es wirklich ein Parasol ist?

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Hier bin ich etwas ratlos. Könnte das die Gelbe Lohblüte sein? Leuchtet neongelb und hat sich hier auf einem anderen Pilz breit gemacht.

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Kein Pilz, aber trotzdem sollte man damit vertraut sein, wenn man mit Kindern im Wald herumstreift: der Fruchtstand des Aronstabs. Sehr hübsch und lecker leuchtend, aber leider sehr giftig. Finger weg!

 

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