A wie Aussähen
Lohnt sich nicht für Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei oder Minze, die man als Stauden im Gartenmarkt kaufen kann. Lohnt sich aber immer für Basilikum. Die Pflanzen im Topf, die man in Supermärkten bekommt, gehen bei mir immer ein. Kräuter anbauen kann man auf dem kleinsten Platz. Wichtig ist: viel Licht, genügend gießen.
B wie Basilikum
Das mediterrane Gewürzkraut schlechthin. Natürlich für Tomaten und Mozzarella, jede Art von Salaten und Pastagerichte geeignet. Fans machen sogar Eis oder Schnaps draus. Mein Basilikumteppich ist selber gezogen, zum Vereinzeln zupfe ich immer mal wieder ein paar Pflänzchen aus und verwende sie in der Küche. Meine Erfahrung: Basilikum braucht oft Wasser, verträgt aber keine Staunässe. Ein wasserdurchlässiger Tontopf ist also der besten Pflanzboden. Windgeschützt und sonnig soll er stehen, kalte Sommer mag er nicht – aber wer mag die schon. Einen guten Überblick über verschiedene Sorten, Heilkraft und Feinde des Basilikum gibt es auf der Seite www.bio-gaertner.de.
C wie Chili
Habe ich zwar nicht in meinem Repertoire, wer es aber extra pikant mag, kann sich ein Pflänzchen auf den Balkon bzw. in die Küche stellen.Die Früchte lassen sich auch gut trocknen. Gibt es immer mal wieder im Supermarkt oder als Sonderaktion beim Discounter.
D wie Dill
Unverzichtbares Kraut für Gurkensalat sowie schwedischen Kartoffelsalat. Lecker auch zu Fisch oder im Kräuterquark. Ich hatte mir Anzuchtsaatscheiben bestellt, damit ist die Aussaat wirklich super einfach. Dill ist anspruchslos, verträgt allerdings keine Staunässe. Bei hochsommerlichen Temperaturen neigt er dazu, rasch aufzublühen. Was aber auch kein Drama ist – die Blüten kann man getrocknet oder frisch gut zum Einlegen von Gewürzgurken verwenden. Mehr über Dill gibt es auf der Seite www.dill-sauce.de zu lesen, die ein bekennender Dill-Fan ins Leben gerufen hat.
E wie Ernten
In Frühjahr und Sommer jederzeit. Bevor der Herbst kommt, restliche Kräuter zum Trocknen aufhängen, danach in sauberen Gläsern luftdicht aufbewahren. Wer im Winter mit frischen Kräutern kochen will, kann versuchen in der Küchen neue Kräuter zu ziehen. Wer, wie ich, ein dunkles Loch als Küche hat, kann auf Tiefkühlkräuter zurückgreifen. Mein Versuch, Kräuter selber einzufrosten, scheiterte übrigens grandios.
F wie Feinde
Neben Geschmack haben Kräuter noch andere tolle Eigenschaften. Zum Beispiel halten sie, klug gepflanzt, Feinde von anderen Nutzpflanzen ab. Faustregel: Was gut zusammen schmeckt, verträgt sich auch im Beet gut. Leider haben Kräuter selber auch Feinde – bei schlechter Witterung können Schimmelpilze zuschlagen, diverse Fliegen und gelegentlich auch Läuse machen manchen Kräutern schnell den Gar aus. Ich hatte dieses Jahr Glück, vielleicht weil ich Ringelblumen als Ablenkungspflanze gesät habe?
G wie Gießen
Mit Maß und Ziel. Basilikum braucht regelmäßiger Wasser als zum Beispiel Oregano oder Rosmarin. Zum gießen am Besten abgestandenes Wasser verwenden.
H wie Harken
Wenn der Sommer heiß ist und die Sonne brennt, verwandelt sich die Erde in den Balkonkästen und Beeten häufig in eine betonähnliche Fläche an der dann das Wasser abperlt. Um das zu vermeiden empfiehlt es sich, die Erde gelegentlich mit einer Harke zu lockern. Vorsicht! Nicht die Wurzeln der Nutzpflanze beschädigen.
I wie Igitt
Nacktschnecken, die Schleimspuren auf Kräutern hinterlassen.
J wie Jäten
Hat sich Unkraut (siehe auch U) festgesetzt und droht es Basilikum, Thymian oder Salbei die Luft zum Atmen zu nehmen, muss man es auszupfen, im Gartendeutsch: jäten. Mache ich viel zu selten, weil ich immer neugierig bin, welche Blume sich hinter dem ungeladenen Trieb versteckt. Meine Kästen sehen daher auch ein wenig verwildert aus. Ähem.
K wie Kresse
Der Turbokeimer. Kann man ganzjährig, inhäusig auf so frugalem Untergrund wie Abschminkwattepads ziehen. Schmeckt super auf Brot mit Frischkäse, im Salat etc.pp.
L wie Licht
Kräuter brauchen, wie alle Pflanzen, Licht zum Leben. Zu viel direkte Sonne kann allerdings manches zarte Pflänzchen verbrennen. Während Freunde südlicher Maccia wie Rosmarin oder Salbei sonnenfest sind, braucht Petersilie oder Minze Halbschatten.
M wie Minze
Minze ist, einmal gepflanzt, eigentlich unkaputtbar. Eine der wenigen Balkonpflanzen, die den harten Winter 2009/2010 bei mir überlebt haben, war die Minze. Mittlerweile ist der kleine Topf wieder gut zugewuchert. Super als Tee, in Limonaden und für arabische Gerichte. Lässt sich außerdem hervorragend trocknen.
N wie Nutzgarten
Kräuter sind existentieller Bestandteil des Nutzgartens. Während der Ziergarten mit allerlei spektakulären Blüten oder englischem Rasen aufwartet, bereichern die Kräuter einen Nutzgarten mit Gemüse und Obst aus zwei Gründen: 1. Halten sie mit ihrem markanten Duft manche Schädlinge ab (siehe auch F wie Feinde). 2. Hat man für das selbstgezogenen Gemüse immer gleich das passende Würzkraut zur Hand.
O wie Oregano
Oregano ist in Deutschland als Gemeiner Dost bekannt. Ich habe mir ein Pflänzchen im Gartenmarkt gekauft, das mittlerweile den Balkonkasten zuwuchert, sehr schön blüht und hervorragend schmeckt. Ohne Oregano wäre eine Tomatensoße nur halb so lecker, meine Fleischmarinade nur halb so pikant. Genug geschwärmt.
P wie Petersilie
Petersilie, Suppenkraut … der Anfang von einem Kindergedicht offenbart eine der Gebrauchsmöglichkeiten von Petersilie. Ich liebe sie außerdem reichlich in Couscous – oder Bulgursalaten, ob glatt oder kraus. Selber ziehen habe ich noch nicht versucht, sollte ich nächstes Jahr aber mal tun, denn meine Supermarktpflanze dämmert so vor sich hin und offenbart nur wenige, neue grüne Triebe.
Q wie Quark
Quark liebt Kräuter. Ich liebe selbstgemachten Kräuterquark. Wer einen eigenen Kräutergarten respektive Kräuterfensterbank hat, braucht keine Fertigprodukte mehr kaufen, die vor allem nach Zwiebelatem schmecken.
R wie Rosmarin
Das immergrüne Kraut kann das ganze Jahr über geerntet werden. Sogar im tiefsten Schnee habe ich gelegentlich ein paar Zweige ausgegraben – für mein Brathuhn, zu Röstgemüse oder in eine winterliche Minestrone. Bei zu harten Wintern ist allerdings nach dem letzten Zweigerl Schluss. Dann ist die Pflanze erfroren und treibt nicht mehr neu aus.
S wie Salbei
Salbeitee war die einzige Medizin, die uns unser bayerischer Hausarzt bei Erkältungskrankheiten verschrieben hat. Noch heute schwöre ich darauf – eine Kanne am Abend lässt einen gut schwitzen und lindert Halsschmerzen. Salbei ist außerdem lecker zu Pasta sowie unverzichtbar für Saltimbocca. Auch hier wurde einfach eine Staude im Topf gekauft, die unbeeinflusst von Witterung und Schädlingen vor sich hin wuchert = jede Menge Salbeitee für die nächste Erkältungssaison.
T wie Thymian
Als Kind bekam ich von der wohlmeinenden Mutter eines Freundes immer Thymiantee zu trinken. Der Geruch erinnert mich demnach an meine Sandkastenfreundschaft mit Lars. Andere erinnert er an Kräuter der Provence, derer er ein entscheidender Bestandteil ist. Thymian kommt bei mir zwar eher als Kochkraut denn als Tee zum Einsatz, wirkt bei Erkältungskrankheiten aber tatsächlich Wunder. Es gibt ihn mittlerweile in tausend verschiedenen Züchtungen zu kaufen, die teilweise einfach nur schön aussehen oder duften wollen. Mehr dazu unter verbena-plus.de .
U wie Unkraut
Qua definitionem der allwissenden Müllhalde sind Unkraut “Pflanzen der spontanen Begleitvegetation in Kulturpflanzenbeständen, Grünland oder Gartenanlagen, die dort nicht gezielt angebaut werden und aus dem Samenpotential des Bodens oder über Zuflug zur Entwicklung kommen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist das Hauptkriterium, um eine Pflanze als Unkraut zu bezeichnen, dass sie unerwünscht ist.” Alles also eine Frage der Sichtweise. Die Begleitvegetation wird ja meist erst dann zum Problem, wenn sie den Kulturpflanzenbeständen die Grundlage zum Leben raubt. Da darf man dann auch einschreiten. Auf guardian.co.uk gibt es ein schönes Filmchen das zeigt, was man außer jäten mit Unkraut tun kann.
V wie Vergessen
Dieses ABC spiegelt meine ganz persönlichen Präferenzen wieder, also wurden viele Kräuter “vergessen”, Schnittlauch fällt mir da spontan ein oder Bärlauch. Daher verweise ich auf eine der diversen Datenbanken im Internet, die wirklich alle alle Kräuter vorstellen: www.heilkraeuter.de.
W wie Wildpflanzen
Natürlich wachsen Kräuter in unseren Breiten auch wild. Leider sind die Orte, an denen man unbedenklich ernten kann und eine entsprechende Artenvielfalt gegeben ist, rar. Wiesen werden übergedüngt oder sind, wie bei uns, mit Hundeexkrementen belastet, große Straßen oder Industriebetriebe tun ein übriges. Meine Kenntnisse über Wildkräuter ist denn auch entsprechend gering. Wer ländlich wohnt und unter Umständen ein Naturschutzgebiet in der Nähe hat, ohne intensive Landwirtschaft, kann sich auf der Seite Gartendatenbank.de über essbare Wildkräuter informieren und sammeln gehen. Wie immer bin ich an Erfahrungsberichten sehr interessiert.
X wie Xerophyten
Xerophyten sind Pflanzen, die sich an extrem trockene Standorte angepasst haben, zum Beispiel Kakteen. Kräuter finden sich nicht darunter. Also G wie Gießen nicht vergessen!
Y wie Ysop
Das einzige Kraut mit dem Anfangsbuchstaben Y. Wollte ich mir extra für diesen Eintrag zulegen. Habe im Laden an einer Pflanze gerochen und finde: die stinkt.
Z wie Zuende
Schluss. Aus. Das wars. Also los und Kräuter kaufen gehen!



