Reiseproviant

Kennen Sie die Leute, die, alsbald sie im Zug sitzen, anfangen die Stullen auszupacken? Und mit herzhafter Lust in die kleinen Salamiwürschtel beißen, als ob sie seit Tagen nichts mehr zu essen bekommen hätten? Tja. Das sind wir. Ohne Proviant eine Reise anzutreten ist für uns ein größeres Wagnis als ohne Unterhose Eis holen zu gehen. Reiseproviant hat den Vorteil, dass man seinen Kühlschrank vor längeren Abwesenheiten leeren kann – alles darf mit, Eier werden zu Omlette, Gemüse zu Salaten, Fleisch zu kaltem Braten – und man sich den Besuch im Bordbistro spart, wo man neben Pils trinkenden Handlungsreisenden lauwarme Gulaschsuppe oder aber Gerichte überdrehter Fernsehköche essen müsste. Absolute no nos für Reiseproviant im Sinne des friedlichen Nebeneinanders von Zugreisenden sind hart gekochte Eier (deswegen Omlette, das stinkt nicht), streng riechende Wurstsorten, Knoblauchhaltige Lebensmittel sowie alles mit roher Zwiebel. Fischkonserven sollte man sich ebenfalls verkneifen. Bon appetit und gute Reise!

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