Buchtipp: Jonathan Safran Foer, Eating Animals

Jonathan Safran Foer ist Papa geworden. Wie so oft wirft die Ankunft des Nachwuchs das vorherige Leben tüchtig durcheinander. Man fragt sich schließlich entrüstet, was das eigentlich für eine Welt ist, in der wir leben. Spätestens wenn das Kind in die Beikostphase kommt (für Laien gibt es Infos hier) macht man sich auch Gedanken über Bio, Fleisch ja, Fleisch nein, Export, Import, whatnot. Ratet mal, warum ich den Blog hier mache… Jonathan Safran Foer ging das ähnlich. Er hingegen machte sich auf den Weg, die Herkunft des Stücks Fleisch zu erkunden, dass sich laut Ernährungsempfehlung auf dem Teller seines Sohnes befinden sollte. Forschte nach, schrieb Briefe, fuhr übers Land, brach des Nachts in Putenfarmen ein. Seine Erlebnisse waren derart haarsträubender Natur, dass er ein Buch daraus machte. Was ich hiermit allen Lesern ans Herz legen möchte. Es macht vielleicht nicht aus allen von uns Vegetarier. Aber es schildert eindringlich, welchen Einfluss der Verzehr von Fleisch auf unsere Umwelt hat.

Ein kleines Zitat zum Appetit anregen (allerdings nur den Appetit aufs Lesen):

“All told, farmed animals in the United States produce 130 times as much waste as the human population – roughly 87,000 pounds [fast 40.000 kg] of shit per second. The pollution strenght of this shit is 160 times greater than raw municipal sewage. And yet there is almost no waste-treatment infrastructure for farmed animals – not toilets, obviously, but also no sweage pipes, no one hauling away for treatment, and almost no federal guidelines regulating what happens to it.”

Im Deutschen liest sich das ganze dann ungefähr so:
“Alles in allem erzeugen landwirtschaftliche Nutztiere in den USA 130 Mal mehr Abwasser als die gesamte menschliche Bevölkerung. Ungefähr 40.000 kg Scheiße in der Sekunde. Der Verschmutzungsgrad dieser Scheiße ist 160 mal größer als der von ungeklärten, städtischen Abwässern. Und dennoch gibt es so gut wie keine Abwasserinfrastruktur in der Tierhaltung – klar gibt es keine Toiletten, aber eben auch keine Abwasserrohre, niemanden, der die Scheiße in Kläranlagen fährt und so gut wie keine Vorgaben der Bundesstaaten, was damit zu passieren hat.”

Wer wissen will, was mit der Scheiße passiert: Jonathan Safran Foer, Eating Animals. Hamish Hamilton, London 2009. Bon Appetit.

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