Resteverwertung: Alte Brötchen, Semmeln, Wecken, Rundstücke, Brezn
In meinem Bemühen, nichts Essbares mehr wegzuwerfen, habe ich jeden noch so kleinen Semmel- und Breznrest aufgehoben. Manches Exemplar dort oben ist bestimmt 3 Monate alt! Wenn man das trocken lagert, schimmelt es nicht und wird einfach nur hart. Sehr hart. Anstatt Semmelbrösel (die übliche Verwertung von steinalthartem Brot) wollte ich Semmelknödel draus machen.
Erster Schritt: Kleinhacken

Die Semmelreste in mundgerechte Stücke hacken / schneiden. Auf die Finger aufpassen!

Dann mit warmer Milch, in der ein bißchen geschmolzene Butter gelöst ist, einweichen. Für 300 g Semmelreste 150 ml Milch und 30g Butter verwenden. Hier tat sich dann mein Problem auf: einige der Semmelreste blieben STEINHART. Andere matschten zu einem appetitlichen Brei. Verzweifelter Anruf bei der Küchengöttin (aka Mamaaaaaaa). Da erfuhr ich dann, dass man für Semmelknödel “altbackene” Brötchen nimmt, dh. maximal 3 Tage alt. Aus den älteren Exemplare macht man doch wohl eher Semmelbrösel. *Mist*. Aber ich gebe mich nicht geschlagen und versuche es mit der Schuhbeckschen Knödelwurst.

Dafür gebe ich noch 3 Eier in die wilde Mischung und lasse das ganze den Nachmittag über ziehen. Schneller Planwechsel: das Abendbrot gibt es jetzt Mittags und das Knödelprojekt wird auf den Abend verschoben.
Gerettet mit Materialien aus der Weltraumtechnik:

Man nehme ein ausreichend großes Stück Alufolie, forme den Knödelteig zu einer länglichen Wurst. Dann die Teigmasse in die Mitte der Alufolie legen, diese drumherum wickeln und oben zusammenschlagen. Die Ende hochbiegen. Das Aluwürschtel in eine Pfanne legen und mit Wasser angießen, ungefähr bis zu halben Höhe der Wurst. Aufkochen lassen und bei geringer Hitze ca. 20 Minuten köcheln lassen. Dann vorsichtig! Mit Handschuhen! Und adequaten Hilfsmitteln! Die Aluwurst aus dem Wasser nehmen. Vorsichtig auswickeln. Die Semmelwurst in Scheiben schneiden.

Diese dann in lecker Butter anbraten. Das sieht zwar ein bißchen fies aus, aber hurra! Es schmeckt. Und wir sind alle noch am Leben, das heißt es war sogar genießbar. Und ich musste die alten Semmeln nicht wegwerfen. Mission accomplished. Aber ich vermute, man könnte das doch eleganter hinkriegen…
Was passt dazu?

Bei uns gabs dazu Pilzpfanne. Lecker schmeckt dazu auch ein Salat. Bon Appetit.
Ein weiteres tolle Rezept für altes Brot findet man auf der englischsprachigen Seite von Oxfam. Hier stellt “Oxfam’s Green Granny” viele Tipps auf Video ein. Vorbildlich!

One Response to “Resteverwertung: Alte Brötchen, Semmeln, Wecken, Rundstücke, Brezn”
Hey,
das Rezept ist wirklich Super! Ich habe es gestern mal ausprobiert und muss sagen, dass es wirklich Super geklappt hat.
Aber das wichtigste ist natürlich, dass es auch geschmeckt hat, und ja das hat es auch, sogar sehr gut! Danke hier für den guten Tipp