August 24th, 2010

“Ein Liste ist für den täglichen Einkauf unentbehrlich. Keine Küche ohne Notizblock, ohne Einkaufszettel (es kann auch einer auf dem Nachttisch deponiert werden!). Immer gleich aufschreiben, wenn man merkt, das was im Begriff ist, zu Ende zu sein.” Das Goldene Buch der Frau. Ein Buch der modernen Lebensführung. Deutsche Buch-Gesellschaft, Berlin, Darmstadt, Wien. Ca. 1956

Besser hätte ich es nicht sagen können. Auch wenn die Idee von einem Einkaufszettel ein wenig nach Oma und Mottenkugeln riecht (wie das Buch übrigens auch) – man spart sich tatsächlich viel Rennerei, kauft nichts Unnötiges ein oder vergisst das Wesentliche.

Recyclingtipp: Als Einkaufszettel eignen sich zu Blöcken geschnittene, unbedruckte Rückseiten von Werbebriefen, Fehlausdrucken, etc.

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August 24th, 2010

Obige Köstlichkeiten (frisch, knackig, aus der Region, köstlich und gesund) habe ich für unter 10 Euro auf dem Wochenmarkt erstanden. Erntemonat August lässt grüßen.

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August 23rd, 2010

Bei Brathühnchen denken viele vermutlich erstmal an den Hendlstand, an dem dutzende, mit fertiger Gewürzmischung verseuchte Hendl auf dicke Metallstangen gespießt lustig ihre Runden drehen.

Dabei geht es besser! Hier das Rezept fürs beste Brathühnchen der Welt, inklusive eines Restetipps.

Die Zutaten für 3 Personen

1 Biohuhn
Olivenöl
viel frische Kräuter (Rosmarin, Oregano, Basilikum, Petersilie)
Biozitrone
2 Knoblauchzehen
Meersalz, grobkörnig
Pfeffer

2 Handvoll Kartoffeln
1 Süßkartoffel
3 Möhren
3 rote Zwiebeln

Zubereitung

Ofen auf 220° C vorheizen.

Das Gemüse putzen, in grobe Stücke schneiden, in einer Schüssel mit Olivenöl, Salz und Pfeffer vermengen. Zusammen mit geschälten sowie geviertelten Zwiebeln auf ein großes, tiefes Backblech (Fettpfanne im Fachjargon) geben.

Hühnchen waschen, ggf. Beutel mit Innereien entnehmen. Kräuter fein hacken, zusammen mit 3 EL Olivenöl, Meersalz, Pfeffer, zerdrücktem Knoblauch sowie ein wenig Zitronensaft in eine Schüssel geben und eine zähflüssige Marinade herstellen. Vorsichtig die Haut an der Brust des Hühnchen lösen und einen Großteil der Marinade zwischen Haut und Fleisch schieben. Dabei vorsichtig vorgehen, so dass die Haut nicht einreißt. Mit einem scharfen Messer die Haut an den Schenkeln dreimal quer einschneiden, Reste der Marinade in diese Schnitte reiben, restliches Hühnchen ebenfalls einreiben. Diese Tricks habe ich von Jamie Oliver. Die Kräuter können so gezielt ihre Wirkung entfalten und das Brustfleisch wird saftig, köstlich, zart, die Schenkel knusprig und pikant.

Hühnchen nun mit der Brust nach oben auf das Gemüse setzen. Blech in den Ofen schieben. Das Huhn braucht insgesamt ca. 85 Minuten, um gar zu werden. Nach 45 Minuten drehe ich das Huhn auf den Bauch, damit das Brustfleisch schön zart bleibt. Bei der Gelegenheit sollte man auch das Gemüse umwenden. Falls es droht anzubrennen einfach ein wenig Rotwein oder Gemüsebrühe in die Fettpfanne geben – so wird es schonend weitergegart. Ich drehe außerdem die Temperatur meistens auf 180° C zurück. Das Huhn ist mittlerweile schön knusprig und muss nur noch fertiggaren. Für sehr größe Vögel verlängert sich die Garzeit entsprechend.

Zum Servieren das Hühnchen nun zerteilen, das Gemüse in eine Schüssel geben. Dazu passt französischer Rotwein. Das Rezept kann man übrigens auch gut mit Hühnerschenkeln machen, die Gartzeit verringert sich dadurch auf 45 Minuten. Man sollte allerdings das Gemüse etwas vorkochen, sonst könnten die Kartoffeln ein wenig bissfest sein. Bon Appetit.

Der Restetipp

Das Gerippe mit Fleischresten sowie ggf. Innereien in einen großen Topf geben, Wasser sowie Suppengemüse, Salz, Pfeffer und ein Lorbeerblatt dazu. Aufkochen und ca. 2 Stunden köcheln lassen. Ausgekochtes Fleisch und Knochen entfernen – fertig ist eine schmackhafte und gesunde Hühnerbrühe. Man sollte die Suppe allerdings sofort nach Genuss des Hühnchens ansetzen! Wenn die Reste zu lange liegen, können sie schlecht werden – Geflügel ist da heikel! Die Brühe dann am nächsten Tag als Lunch genießen und/oder zum späteren Gebrauch einfrieren.

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August 20th, 2010

Frugal Girl hat 2008 den “Food Waste Friday” ins Leben gerufen. Dabei geht es darum, vor der Internetgemeinde zu gestehen, wie viel Lebensmittel man in einer Woche weggeworfen hat. Diese Art des öffentlichen Hosenherunterlassens soll helfen, sich zu disziplinieren.

Auch wenn hier oft Reste verwertet werden, Katastrophen in Pflaumenmus umgekocht und nach Plan eingekauft wird: das eine oder anderen fliegt auch bei mir in den Müll. Einige Zwischenfälle habe ich ja bereits gestanden, vieles aber totgeschwiegen. Zeit also, auch mal die Hosen herunter zu lassen:

Mein “Food Waste Friday”

Diese Woche stand ganz unter dem Zeichen von Schimmel. Ob es was mit der warm-feuchten Witterung oder unachtsamen Einkauf zu tun hatte, weiß ich nicht, aber im Müll landeten:

- 1 ganze Packung Heidelbeeren, komplett mit orangenem und weißem Schimmel überzogen

- 1 gute Handvoll Himbeeren, ebenda

- 1 Handvoll angegammelter, nicht rechtzeitig verarbeiteter Pflaumen (die Speisekammer berichtete)

- 1 Packung Schmand, drei Wochen über dem Verfallsdatum, aufgebläht und gelblich – hatte sich im hintersten Eck des Kühlschranks versteckt

- mehrere angelutschte Brotreste meines Sohnes (gemäß der Grundregeln 1 und 2: 1. Eine Mutter ist kein Mülleimer. 2. Bereits eingespeicheltes Essen muss nicht mehr von Dritten verzehrt werden)

- 1 Handvoll zum dritten Mal aufgewärmter und dadurch ungenießbar gewordener Nudelreste

Nun würde mich natürlich interessieren, wie das bei meinen Lesern aussieht. Wer traut sich?

Update: Zu obiger Liste kommt noch ein viertelvolles Glas Bio-Magerquark direkt vom Hof. Das Glas war verbilligt weil nur bis heute haltbar, aber offensichtlich nur bis 20.9.2010, 00 Uhr, denn ein Mitglied der Familie leidet nach Genuss dieses Quarks unter Übelkeit und Durchfall. Sorry, Bio-AbHof-vermutlichausRohmilch-Quark. Das ist ein Dealbreaker.

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August 20th, 2010

Nach unzähligen Gläsern von Fertignudelnsoßen hatte ich mein Erweckungserlebnis: Tomatensugo á la Violetta. Ein altes Familienrezept aus Italien, dank dessen ich endgültig Abschied von Mirakoli und Co genommen habe. Violetta brachte mir außerdem eine der Grundregeln der Italienischen Küche bei: Zu Knoblauch gehört Oregano, zu Zwiebel Basilikum!

Nun ist August Tomatenmonat, also ran an die Töpfe und Tomatensoße einkochen. Man weiß ja, wie Tomaten im Winter schmecken. Eben, garnicht.

Die Zutaten (für ca. 2,5 Liter)

3,8 kg Tomaten, reif und saftig
5 Knoblauchzehen, zerhackt
mehrere Zweige Oregano
Meersalz
Pfeffer
Olivenöl

Die Zubereitung

Tomaten waschen und halbieren bzw. vierteln. Nicht häuten! Dann 3 EL Olivenöl im größtmöglichen Topf (Ratatouillegröße) erhitzen. Knoblauch darin anschwitzen, nach einer Weile Oregano dazu geben.

Tomaten dazu. Wenn sich unten die erste Soße gebildet hat, Platte herunterschalten, Deckel auf den Topf und Tomaten bei kleiner bis mittlerer Hitze zerkochen. Nun heißt es Geduld haben: das Ganze muss mindestens 3 h einkochen! Gelegentlich umrühren, damit nichts anbrennt.

Nach drei Stunden Sugo mit Salz sowie Pfeffer abschmecken, etwas abkühlen lassen und durch ein Sieb passieren. Danach nochmal kurz aufkochen und in heiß ausgespülte Einweck- oder Gurkengläser geben. Diese dann ca. 15 Minuten im Wasserbad einkochen (Einkochverfahren siehe Ratatouille).

Tipp: Wer es gerne scharf mag, kann mit ein bis zwei Chilies aus dieser Soße auch eine feine Arrabiata machen. Die Chilies gleich zu Beginn des Kochvorgangs hinzugeben. Buon Appetito!

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August 17th, 2010

Letztes Jahr hat uns als Familie der Einkochfimmel gepackt. Einkochen, wie….. retro? Altmodisch? Spießig? Fakt ist: selbst eingekochtes Obst und Gemüse ist im Winter fantastisch. Es riecht nach Sommer. Es schmeckt nach Sommer. Man hat den Zuckeranteil in der Hand, nichts schmeckt nach Wellblech. Und Weck-Gläser sind irgendwie schick. Nach einer großen Bestellung bei eben dieser Firma hatten wir bereits im Vorjahr Birnenkompott, Pfirsiche, Apfelmus, Bohnen sowie Pflaumen eingekocht. Und nun wieder jede Menge Gläser frei.

Als dann diesen Samstag auf dem Markt leckere Zwetschgen für 2 Euro das Kilo zu kaufen waren, wir eine 2,5 Kilo Steige Pfirsiche für 1,99 Euro gefunden hatten, und fast 4 Kilo Tomaten (Kilopreis 77 Cent) auf ihre Verarbeitung warteten, packte uns das Einweckfieber. Hier ein paar Einblicke aus unserer Einkochküche.


1. Im Ofen einkochen – schlechte Idee?

Nachdem sich unsere Vorräte auf fast 10 volle Gläser verteilen ließen, wollten wir platzsparend im Ofen einkochen. Bei 160 Grad solle man das Einkochgut – wenn es in den Gläsern anfängt zu perlen – ca. 20 Minuten einkochen. So weit, so gut. Zum Schutz der Gummiringe hatten wir ferner noch ein Glas Wasser in den Ofen gestellt- das hält die Luftfeuchtigkeit hoch, das Kautschuk geschmeidig. Hätten wir gewusst, dass außerdem ca. 1 Liter Pflaumen-Zucker-Sud aus den Gläsern ins Blech blubbert, hätten wir uns das vermutlich sparen können. Und: Nur nicht faul sein. Nach den 20 Minuten beherzt und behandschuht die Gläser aus dem heißen Ofen nehmen und draußen abkühlen lassen. Meine laxe “Mei, des lassen mer jetzt im Ofen abkühlen, erstmal spazieren und Kaffee trinken und überhaupt” Einstellung führte nämlich dazu, dass die Pflaumen völlig verkocht waren. Vom Putzaufwand ob des eingetrockneten Saftgeklebes ganz zu schweigen.

Die Strafe folgte heute auf dem Fuße: alle Pflaumengläser öffnen und aus den jämmerlichen Resten in einer halbstündigen, erneut sehr kleckerintensiven, Rühraktion Pflaumenmarmelade kochen. Wer sein Obst liebt….

2. Verarbeiten – am nächsten Tag?
Wir hatten Samstags viel vor, meine Schwester war zu Besuch, Flohmärkte wollten besucht, Kinder bespaßt werden. Denmnach hatten wir das Einkochen auf Sonntag verschoben (Sonntag! Heilig! Maria Himmelfahrt!). Darüber freuten sich dann vor allem die Fruchtfliegen, die in emsigen Scharen über meine Küche herfielen und sie seitdem nicht wieder verlassen haben. Man wartet augenscheinlich auf Nachschub.

3. Wieviel Zucker nochmal?
Letztes Jahr hatten wir ein ganz ausgewogenes Verhältnis von Zucker zu Obst gefunden. Nur wie war das nochmal? Bei Pfirsichen 2 EL auf ein 1/2 Literglas oder war das bei den Pflaumen? Tipp: “Laborbuch” führen und erfolgreich ausgeführte Rezepte aufnotieren. Wichtig für Scatterbrains wie mich.

4. Erfolge genießen
Als dann die stattlich Menge an Tomatensoße (das Rezept bekommt einen Extrapost), eingekochten Pfirsichen und ähm Vorstufe zu Pflaumenkonfitüre auf dem Tisch standen, überkam mich handwerklicher Stolz. Das hatten wir alles selber gemacht! Rauf auf den Dachboden, Bestandsliste angelegt – nun kann der Herbst kommen. Ach so? Der ist schon da? Na, dann mach ich mir jetzt mal ein Glas Pfirsiche auf…

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August 17th, 2010

A wie Aussähen

Lohnt sich nicht für Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei oder Minze, die man als Stauden im Gartenmarkt kaufen kann. Lohnt sich aber immer für Basilikum. Die Pflanzen im Topf, die man in Supermärkten bekommt, gehen bei mir immer ein. Kräuter anbauen kann man auf dem kleinsten Platz. Wichtig ist: viel Licht, genügend gießen.

B wie Basilikum
Das mediterrane Gewürzkraut schlechthin. Natürlich für Tomaten und Mozzarella, jede Art von Salaten und Pastagerichte geeignet. Fans machen sogar Eis oder Schnaps draus. Mein Basilikumteppich ist selber gezogen, zum Vereinzeln zupfe ich immer mal wieder ein paar Pflänzchen aus und verwende sie in der Küche. Meine Erfahrung: Basilikum braucht oft Wasser, verträgt aber keine Staunässe. Ein wasserdurchlässiger Tontopf ist also der besten Pflanzboden. Windgeschützt und sonnig soll er stehen, kalte Sommer mag er nicht – aber wer mag die schon. Einen guten Überblick über verschiedene Sorten, Heilkraft und Feinde des Basilikum gibt es auf der Seite www.bio-gaertner.de.

C wie Chili
Habe ich zwar nicht in meinem Repertoire, wer es aber extra pikant mag, kann sich ein Pflänzchen auf den Balkon bzw. in die Küche stellen.Die Früchte lassen sich auch gut trocknen. Gibt es immer mal wieder im Supermarkt oder als Sonderaktion beim Discounter.

D wie Dill
Unverzichtbares Kraut für Gurkensalat sowie schwedischen Kartoffelsalat. Lecker auch zu Fisch oder im Kräuterquark. Ich hatte mir Anzuchtsaatscheiben bestellt, damit ist die Aussaat wirklich super einfach. Dill ist anspruchslos, verträgt allerdings keine Staunässe. Bei hochsommerlichen Temperaturen neigt er dazu, rasch aufzublühen. Was aber auch kein Drama ist – die Blüten kann man getrocknet oder frisch gut zum Einlegen von Gewürzgurken verwenden. Mehr über Dill gibt es auf der Seite www.dill-sauce.de zu lesen, die ein bekennender Dill-Fan ins Leben gerufen hat.

E wie Ernten
In Frühjahr und Sommer jederzeit. Bevor der Herbst kommt, restliche Kräuter zum Trocknen aufhängen, danach in sauberen Gläsern luftdicht aufbewahren. Wer im Winter mit frischen Kräutern kochen will, kann versuchen in der Küchen neue Kräuter zu ziehen. Wer, wie ich, ein dunkles Loch als Küche hat, kann auf Tiefkühlkräuter zurückgreifen. Mein Versuch, Kräuter selber einzufrosten, scheiterte übrigens grandios.

F wie Feinde
Neben Geschmack haben Kräuter noch andere tolle Eigenschaften. Zum Beispiel halten sie, klug gepflanzt, Feinde von anderen Nutzpflanzen ab. Faustregel: Was gut zusammen schmeckt, verträgt sich auch im Beet gut. Leider haben Kräuter selber auch Feinde – bei schlechter Witterung können Schimmelpilze zuschlagen, diverse Fliegen und gelegentlich auch Läuse machen manchen Kräutern schnell den Gar aus. Ich hatte dieses Jahr Glück, vielleicht weil ich Ringelblumen als Ablenkungspflanze gesät habe?

G wie Gießen
Mit Maß und Ziel. Basilikum braucht regelmäßiger Wasser als zum Beispiel Oregano oder Rosmarin. Zum gießen am Besten abgestandenes Wasser verwenden.

H wie Harken
Wenn der Sommer heiß ist und die Sonne brennt, verwandelt sich die Erde in den Balkonkästen und Beeten häufig in eine betonähnliche Fläche an der dann das Wasser abperlt. Um das zu vermeiden empfiehlt es sich, die Erde gelegentlich mit einer Harke zu lockern. Vorsicht! Nicht die Wurzeln der Nutzpflanze beschädigen.

I wie Igitt
Nacktschnecken, die Schleimspuren auf Kräutern hinterlassen.

J wie Jäten
Hat sich Unkraut (siehe auch U) festgesetzt und droht es Basilikum, Thymian oder Salbei die Luft zum Atmen zu nehmen, muss man es auszupfen, im Gartendeutsch: jäten. Mache ich viel zu selten, weil ich immer neugierig bin, welche Blume sich hinter dem ungeladenen Trieb versteckt. Meine Kästen sehen daher auch ein wenig verwildert aus. Ähem.

K wie Kresse
Der Turbokeimer. Kann man ganzjährig, inhäusig auf so frugalem Untergrund wie Abschminkwattepads ziehen. Schmeckt super auf Brot mit Frischkäse, im Salat etc.pp.

L wie Licht
Kräuter brauchen, wie alle Pflanzen, Licht zum Leben. Zu viel direkte Sonne kann allerdings manches zarte Pflänzchen verbrennen. Während Freunde südlicher Maccia wie Rosmarin oder Salbei sonnenfest sind, braucht Petersilie oder Minze Halbschatten.

M wie Minze
Minze ist, einmal gepflanzt, eigentlich unkaputtbar. Eine der wenigen Balkonpflanzen, die den harten Winter 2009/2010 bei mir überlebt haben, war die Minze. Mittlerweile ist der kleine Topf wieder gut zugewuchert. Super als Tee, in Limonaden und für arabische Gerichte. Lässt sich außerdem hervorragend trocknen.

N wie Nutzgarten
Kräuter sind existentieller Bestandteil des Nutzgartens. Während der Ziergarten mit allerlei spektakulären Blüten oder englischem Rasen aufwartet, bereichern die Kräuter einen Nutzgarten mit Gemüse und Obst aus zwei Gründen: 1. Halten sie mit ihrem markanten Duft manche Schädlinge ab (siehe auch F wie Feinde). 2. Hat man für das selbstgezogenen Gemüse immer gleich das passende Würzkraut zur Hand.

O wie Oregano
Oregano ist in Deutschland als Gemeiner Dost bekannt. Ich habe mir ein Pflänzchen im Gartenmarkt gekauft, das mittlerweile den Balkonkasten zuwuchert, sehr schön blüht und hervorragend schmeckt. Ohne Oregano wäre eine Tomatensoße nur halb so lecker, meine Fleischmarinade nur halb so pikant. Genug geschwärmt.

P wie Petersilie
Petersilie, Suppenkraut … der Anfang von einem Kindergedicht offenbart eine der Gebrauchsmöglichkeiten von Petersilie. Ich liebe sie außerdem reichlich in Couscous – oder Bulgursalaten, ob glatt oder kraus. Selber ziehen habe ich noch nicht versucht, sollte ich nächstes Jahr aber mal tun, denn meine Supermarktpflanze dämmert so vor sich hin und offenbart nur wenige, neue grüne Triebe.

Q wie Quark
Quark liebt Kräuter. Ich liebe selbstgemachten Kräuterquark. Wer einen eigenen Kräutergarten respektive Kräuterfensterbank hat, braucht keine Fertigprodukte mehr kaufen, die vor allem nach Zwiebelatem schmecken.

R wie Rosmarin
Das immergrüne Kraut kann das ganze Jahr über geerntet werden. Sogar im tiefsten Schnee habe ich gelegentlich ein paar Zweige ausgegraben – für mein Brathuhn, zu Röstgemüse oder in eine winterliche Minestrone. Bei zu harten Wintern ist allerdings nach dem letzten Zweigerl Schluss. Dann ist die Pflanze erfroren und treibt nicht mehr neu aus.

S wie Salbei
Salbeitee war die einzige Medizin, die uns unser bayerischer Hausarzt bei Erkältungskrankheiten verschrieben hat. Noch heute schwöre ich darauf – eine Kanne am Abend lässt einen gut schwitzen und lindert Halsschmerzen. Salbei ist außerdem lecker zu Pasta sowie unverzichtbar für Saltimbocca. Auch hier wurde einfach eine Staude im Topf gekauft, die unbeeinflusst von Witterung und Schädlingen vor sich hin wuchert = jede Menge Salbeitee für die nächste Erkältungssaison.

T wie Thymian
Als Kind bekam ich von der wohlmeinenden Mutter eines Freundes immer Thymiantee zu trinken. Der Geruch erinnert mich demnach an meine Sandkastenfreundschaft mit Lars. Andere erinnert er an Kräuter der Provence, derer er ein entscheidender Bestandteil ist. Thymian kommt bei mir zwar eher als Kochkraut denn als Tee zum Einsatz, wirkt bei Erkältungskrankheiten aber tatsächlich Wunder. Es gibt ihn mittlerweile in tausend verschiedenen Züchtungen zu kaufen, die teilweise einfach nur schön aussehen oder duften wollen. Mehr dazu unter verbena-plus.de .

U wie Unkraut
Qua definitionem der allwissenden Müllhalde sind Unkraut “Pflanzen der spontanen Begleitvegetation in Kulturpflanzenbeständen, Grünland oder Gartenanlagen, die dort nicht gezielt angebaut werden und aus dem Samenpotential des Bodens oder über Zuflug zur Entwicklung kommen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist das Hauptkriterium, um eine Pflanze als Unkraut zu bezeichnen, dass sie unerwünscht ist.” Alles also eine Frage der Sichtweise. Die Begleitvegetation wird ja meist erst dann zum Problem, wenn sie den Kulturpflanzenbeständen die Grundlage zum Leben raubt. Da darf man dann auch einschreiten. Auf guardian.co.uk gibt es ein schönes Filmchen das zeigt, was man außer jäten mit Unkraut tun kann.

V wie Vergessen
Dieses ABC spiegelt meine ganz persönlichen Präferenzen wieder, also wurden viele Kräuter “vergessen”, Schnittlauch fällt mir da spontan ein oder Bärlauch. Daher verweise ich auf eine der diversen Datenbanken im Internet, die wirklich alle alle Kräuter vorstellen: www.heilkraeuter.de.

W wie Wildpflanzen
Natürlich wachsen Kräuter in unseren Breiten auch wild. Leider sind die Orte, an denen man unbedenklich ernten kann und eine entsprechende Artenvielfalt gegeben ist, rar. Wiesen werden übergedüngt oder sind, wie bei uns, mit Hundeexkrementen belastet, große Straßen oder Industriebetriebe tun ein übriges. Meine Kenntnisse über Wildkräuter ist denn auch entsprechend gering. Wer ländlich wohnt und unter Umständen ein Naturschutzgebiet in der Nähe hat, ohne intensive Landwirtschaft, kann sich auf der Seite Gartendatenbank.de über essbare Wildkräuter informieren und sammeln gehen. Wie immer bin ich an Erfahrungsberichten sehr interessiert.

X wie Xerophyten
Xerophyten sind Pflanzen, die sich an extrem trockene Standorte angepasst haben, zum Beispiel Kakteen. Kräuter finden sich nicht darunter. Also G wie Gießen nicht vergessen!

Y wie Ysop
Das einzige Kraut mit dem Anfangsbuchstaben Y. Wollte ich mir extra für diesen Eintrag zulegen. Habe im Laden an einer Pflanze gerochen und finde: die stinkt.

Z wie Zuende
Schluss. Aus. Das wars. Also los und Kräuter kaufen gehen!

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August 9th, 2010

Unlängst erhielt ich von meiner Schwiegermutter ein großes Bastkörbchen mit Mirabellen. “Die Bäume am Wegesrand hängen voll mit reifen Früchten, die niemand erntet. Das verstehe ich nicht,” sagte sie. Vor kurzem habe ich bei einem Spaziergang wilde Pflaumen von einem Strauch gepflückt, der auf einem verwilderten Obstgarten stand. Und letztes Jahr haben wir aus 2 kg vom Boden aufgeklaubten Birnen Kompott gekocht. Rechts und Links der Wege, in Parks, auf verwilderten Grundstücken – immer wieder gibt es Obst, das nicht mehr geerntet wird. Verrottet.

“Schade!”, dachten sich die Organisatoren von Mundraub.org, die nun erstmalig im Internet eine interaktive Karte erarbeitet haben, auf der man selbst Fundstellen herrenloses Obst eintragen kann sowie nachschauen, wo es in der Nähe Erntemöglichkeiten gibt. Außerdem können potentielle Besitzer, die zu ermitteln bisher oft unmöglich war, ihr Obst quasi freigeben. Damit man ohne schlechtes Gewissen ernten kann. Großes Lob an Mundraub! Und Dank an den Sugarhigh Newsletter für den Hinweis.

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August 6th, 2010

Die traurigen Reste

Ein paar gekochte Bohnen, ein letzter Happen Tomatensalat, eine Salzkartoffel, eine kleine Portion Nudeln. Daraus wurde: eine Minestrone. Ging schnell!

Reste im siebten Minestronehimmel

Zu den oben genannten Resten gesellten sich noch zwei Zucchini, Lauchzwiebeln, eine Packung eingefrorene Brühe und 1 Zweig Rosmarin. Zucchini und Lauch kleingeschnippelt zusammen mit Kartoffeln, Bohnen und Tomatensalat inklusive Salatsoße in einen Topf geben. Den gefrorene Block Brühe dazu. Aufkochen und danach ca. 10 Minuten kochen lassen.

In eine Schüssel oder einen Suppenteller eine Handvoll kalter Nudeln geben, mit heißer Minestrone auffüllen. Frisch geriebener Parmesan drauf. Lecker. Obige Menge reichte als schnelles Mittagessen für 2 Personen. Bon Appetit.

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August 1st, 2010

Zum ersten Teil der Ratatouille-Saga bitte hier entlang.

Alternativ zu den Weck-Gläsern kann man zum Einkochen alte Gurkengläser nehmen. Allerdings sollte man das im Schnitt nur eine Saison tun, weil das Gummi in den Metalldeckeln maximal eine Einkochsession überlebt. Wer Einkochen also erstmal ausprobieren möchte, kann das auch damit tun. Oder bei Oma, Mama, Tante, Nachbarin fragen, ob diese Einweckgläser abzugeben haben. Wir haben unsere teils auf Ebay, teils bei Weck direkt bestellt. Die dazugehörigen Ringe und Klammern gibt es in gut sortieren Haushaltswarenläden.

Die Gläser müssen gründlich gespült und abschließend mit heißem Wasser ausgewaschen werden. Achtung: Verbrennungsgefahr! Klammern und Gummis auf Materialschäden prüfen und beiseite legen.

Nun das Ratatouille in die Gläser einfüllen. Dann den Rand mit einem sauberen Tuch oder einem Stück Haushaltspapier abwischen – Speisereste zwischen Gummi, Glasdeckel und Rand könnten zu undichten Stellen führen, die verhindern dass das Glas keimfrei bleibt.

Gummiring auf den Glasdeckel legen und Glas verschließen. Mit zwei Klammern fixieren. Da die Gläser keinen direkten Kontakt mit dem Boden des Topfes haben dürfen, in den man sie zum Einkochen stellt, (sie platzen sonst!), haben wir uns passend ein Lochblech mit 1cm langen rostfreien Edelstahlschrauben als Füßen gebastelt. Alternativ kann man entsprechende Gitter bei einem bekannten Onlineauktionshaus kaufen. Die Gläser auf den Abstandshalter im Topf stellen und den Topf mit Wasser füllen. Den Einmachgläser muss das Wasser quasi bis zum Hals also bis kurz unterm Rand stehen. Platte anmachen, falls es noch passt den Deckel auf den Topf und sobald das Wasser kocht den Timer auf 20 Minuten stellen. Sind diese um, Topf vom Herd nehmen und Gläser nach kurzem Abkühlen VORSICHTIG! MIT ENTSPRECHENDEM SCHUTZ GEGEN VERBRENNUNGEN UND VERBRÜHUNGEN! entnehmen, weitere Gläser rein und Vorgang wiederholen, bis alle Gläser eingekocht sind. Ich weise an dieser Stelle nochmal darauf hin, dass man auch bequem im Ofen einkochen kann. Infos dazu im Artikel zum Rhabarber.

Sind die Gläser abgekühlt, kann man die Klammern entfernen. Jetzt testen, ob sich auch wirklich ein Vakuum gebildet hat und das Glas haltbar gemacht worden ist: vorsichtig nur am Deckel hochheben. Löst sich der Deckel, gibt es Ratatouille zu Mittag. Löst er sich nicht, wartet das Glas auf jenen stürmischen Winterabend, an dem es einem nach Sommer auf dem Teller gelüstet. Bon Appetit.

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